Eine untersuchende Architekturarbeit Anfang 1974 bei Klaus Lankheit, KIT (Karlsruhe) und 1976 im Umfeld von Joseph Rykwert und Robin Middleton, London

Monk at the Seaside – Mönch am Meer ...Caspar David Friedrich

Die nachfolgend als Vorabdruck widergegebene Arbeit von H.R.Hiegel hat dem Verfasser, zusammen mit einer Arbeit über das Frühwerk von Brunelleschi in Florenz, massgeblich einen Aufenthalt samt Stipendien in London und Athen ermöglicht.

Vorabdruck März 2012

Mönch am Meer, Gemälde 1810 Caspar David Friedrich vereinfachte schwarz-weiss Skizze von H.R.Hiegel 1974

CDF

MÖNCH AM MEER

caspar david friedrich„mönch am meer“

referat von hans robert hiegel                                                                                        ws 74/75

anmerkung:

die angeführten zitate, eigennamen, bildtitel, buchtitel usw sind in den jeweiligen originalen in grossschrift. ich verwise auf den bauhaus-katalog der stuttgarter bauhaus-ausstellung 1968, in dem alle zitate in kleinschrift sind und ausserdem auf „adolf loos, sämtliche schriften 1, wien-münchen 1962“ als negativ-beispiel, weil hier nämlich gross- und kleinschrift!!- vermischt sind. (ebd, seite 11: „das starre festhalten an der schreibung der hauptwörter mit grossen anfangsbuchstaben hat eine verwilderung der sprache zur folge…“)

jedes „&“ entspricht einem „und“

1.0   daten zum bild

2.0   bildbeschreibung

3.0   „gehalt“

3.1 deutung

3.2 melancholie

4.0 vorläufer

5.0 vorbereitung in seinem eigenen werk

6.0 nachfolge

7.0 bedeutungshinweis

8.0 literaturverzeichnis

9.0 anhänge

anhang 1: benennungen des bildes

anhang 2: kurze betrachtung über den bedeutungsmittelpunkt des bildes

anhang 3: vorbereitung in seinem eigenen werk (ausführlich)

10.0 „abbildungsverezeichnis“

anmerkung: die diskussion um das bild wurde von kornelia lopau in eine eigenen referat dargelegt, weswegen hier nicht näher darauf eingegangen werden soll.

1.0  daten zum bild

das bild „mönch am meer“ von caspar david friedrich, gemalt zwischen 1808 & 1810 in dresden besitzt seinen heutigen namen erst seit etwa 60 jahren. kurz nach & während seiner entstehungszeit waren benennungen wie „seelandschaft“ oder „seestrand“ vorherrschend, die hauptsächliche benennung nach 1830 war „wanderer am gestade des meeres“, die bis 1890 a häufigsten vorkam; nachdem aubert 1915 den titel „mönch am meer“ einführte, hat sich dieser seither eingebürgert , wird heute in der mir bekannten literatur[1] ausschließlich verwendet & nur eberlein sprach 1925 noch von einem „anbetenden mönch“[2].

interessant ist noch eine weitere benennung:

seidlitz erwähnte 1906 das bild unter dem titel „anbetende frau“, was nicht nur auf die schematische & unklare darstellungsart des mönchen zurückzuführen ist, sondern wohl auch auf der allgemeinen ambivalenz des bildes beruht, worauf noch eingegangen werden soll. friedrich selbst hat sich nie zu diesem bild geäussert[3], zumindest sind keine äusserungen bekannt. nach vollendung des tetschener altares malt friedrich sehrwahrscheinlich ab ende 1808 an seinem bisher grössten & insgesamt zweiten grossen ölgemälde[4];[5].

der „mönch am meer“ entstand nicht wie der tetschener altar als ein auftragswerk sondern friedrich alte dieses bild aus freiem innerem antrieb, das bild entsprang „gans dem ausdruckswillen des künstlers“[6]. im „journal des luxus & der moden“ wurde es bereits im februar 1809 von christian august seler beschrieben; der entgültigen fassung des bildes gingen 4 verschiedene vorstufen voraus[7]:

1 börsch-supan weist 1965 auf zwei übermalte schiffe hin, welche durch infrarotaufnahmen. „sichtbar“ gemacht wurden[8]

2 diese beiden schiffe wurden übermalt, der himmel war –der beschreibung semlers von 1809 zufolge –„grau & ruhig“[9]

3 friedrich übermalte das bild wieder, diesmal zu einem „nachtstück“, was börschsupan einer tagebuchnotitz von karl friedrich fromann entnehmen will[10]

4          da das bild im endzustand keinen „nachthimmel“ mehr besitzt, muss es nach de 24. september 1810 (tagebuchnotiz fromanns) nochmals übermalt worden sein; ausserdem ist ein- obwohl „schwach“-blitzender morgenstern nicht mehr zu sehen!

durch diese übermalungen vom dunklen ins helle wurden die lasuren nicht wie üblich aufgebracht, sondern umgekehrt vom dunklen ins helle übereinandergelegt. trotz dieser zt dreifachen übermalung war das bild schon 1810 zu einem schlechten erhaltungszustand prädestiniert, fromann schrieb dammals: „…schwaches auftrgaen der farben: welche dauer werden die feinen gemälde haben?“[11]. ausserdem wurde das bild 1937 in berlin in unsachgemässer weise einfach mit spiritus abgewaschen[12], wodurch heute noch sichtbare spuren auf der bildoberfläche entstanden sind.

vom 27/9/2810 ist uns eine quittung des berliner akademiedirektors über den erhalt einer bildersendung aus dresden bekannt, in welcher die „abtei im eichwald“ & eine verlorengegangene sepiazeichnung quittert werden; nicht erwähnt ist der „mönch am meer“!

im nachtrag des katalogs der berliner akademieausstellung von 1810 ist aber verzeichnet: „herr friedrich in dresden 339 zwei landschaften in öl, 340 ein zeichnung in bistre14“ im nachtrag erscheinen alle von friedrich eingesandten bilder deswegen, weil die ausstellung schon am 23. september also 3 tage bevor die „abtei im eichwald“ & die sepiazeichnung[13]

in berlin eintrafen, eröffnet worden war. die quittung vom 27. september verzeichnet, wie oben erwähnt, den „mönch am meer“ noch nicht; er muß nach dem 27/9, jedoch spätesten 4  bis 5 tagen vor de 13. oktober in berlin eingetroffen sein, da an diesem tag schon die kleist’sche rezesion eines umfangreicheren aufsatzes von brentano & v armin in der ‚berliner mals zeit brauchten, um ihren aufsatz zu verfassen & ihn an kleist zu schicken [14],1.

gekauft wurde das bild vo preussischen könig auf regung des 15 jährigen kronprinzen friedrich wilhelm …..

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[Die ganze Abhandlung erscheint im Verlauf des Frühjahrs 2012 als Kindle-Buch mitsamt ISBN-Nr. ]

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