Deutscher Medienpreis in Baden-Baden am 24. Februar 2012 verliehen

Ein Herzog und vier aufrechte Bauten

Aus Anlass des Verleihung des Deutschen Medienpreises fasst der Verein archEtrans den Entschluss zu einer Studioausstellung in Israel, Palästina und in Deutschland. Roman Herzog bleibt bei seinem Wort.

Roman Herzog hat sich auch durch massive Kritik contra seines Entschlusses, die Laudatio für vier Preisträger zu übernehmen, nicht beirren lassen.  Der Verein archEtrans, seit vielen Jahren mit Grasswurzelarbeit zur Völkerverständigung beschäftigt, findet das sehr gut und schlägt daher eine Studioausstellung mit Arbeiten von unter Beteiligung von Jude, Christ, Moslem, jüdischem Israeli, christlichem Deutschen, moslemischen Palästinenser, vor.

Durch die Standhaftigkeit des ehemaligen Bundesverfassungsrichters und Bundespräsidenten ermutigt, wird archEtrans eine seit vielen Jahren gewachsene kleine Ausstellung mit künstlerischen Beiträgen zu einem Trio in Israel, Palästina und Deutschland weiterentwickeln. Der evangelische Pastor aus Palästina, der umstrittene der vier Preisträger, stammt aus Bethlehem und setzt sich dort für die Verständigung zwischen Juden, Moslems und Christen ein. „Israel kann keinen Frieden ohne Palästina haben und Palästina kann keinen Frieden ohne Israel haben“, betonte der in Marburg studierte und von der Evangelischen Landeskirche in Baden unterstützte Dr. Mitri Raheb. Auch er setzt wie Dr. Sakena Yacoobi aus Afghanistan auf Bildung und hat Schulen gebaut. „Es gibt ein Leben vor dem Tod für das es sich zu leben lohnt und es ist höchste Zeit, wieder zu leben.“

„Wir brauchen die Menschen und nicht primär die Organisationen“, so Roman Herzog in seiner Laudatio. Staaten können keine Probleme mehr alleine lösen. Nötig seien viele einzelne Menschen, die die Probleme in Angriff nehmen. Karlheinz Kögel, Gründer von Media Control, Preisstifter und Philantrop, nannte die vier Preisträger „leise Friedensstifter“. Stanislaw Petrow aus Moskau, Dr. Sakena Yacoobi aus Afghanistan, Dr. Denis Mukwege aus dem Kongo und Dr. Mitri Raheb aus Bethlehem sind Menschen, „die unter Lebensgefahr eine Gegengewalt aufbauen“, sagt Kögel. „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren“, zitierte er Berthold Brecht.  Die Laureaten erhielten neben der Skulptur aus der Karlsruher Porzellanmanufaktur Majolika je einen sechsstelligen Betrag für ihre Organisationen. Koegel wollte mit der Auszeichnung der „stillen Helden“, die Aufmerksamkeit auf Menschen richten, die nicht in den Schlagzeilen auftauchen.

Der Deutsche Medienpreis wurde zum 20. Mal verliehen. Bisher ging er an Persönlichkeiten wie König Hussein von Jordanien, Ytzak Rabin, Yassir Arafat, Bill Clinton, Nelson Mandela, Angela Merkel und im vorigen Jahr an Sir Richard Branson.  Prominente wie Marietta Slomka vom ZDF, der ehemalige Chefredakteur vom Spiegel und jetzige Pferdezüchter Stefan Aust, Dirk Notheis Vorstandsvorsitzender Morgan Stanley Deutschland, Veronica Ferres, Frank Elstner, Frau Sixt, Frau Fleckenstein (Präsidentin der Badischen Landessynode) und  Johannes B. Kerner waren unter den Gästen.

Ein Ausblick zur interkulturellen Ausstellung, die jetzt in eine nächste spannende Umgebung mit neuen weiteren Mitstreitern auf dem Weg ist:

Kleine Tempel Cafe Salomon. Bertold Brecht, vom Preisstifter Karlheinz Kögel zitiert, fand auch schon, durch einen der beitragenden Künstler, Manfred Blöth, einen Platz in der archEtrans Ausstellung: „Am Grunde der Moldau wandern die Steine  –  es liegen drei Kaiser begraben in Prag. Das Große bleibt groß nicht und klein nicht das Kleine. Die Nacht hat zwölf Stunden, dann kommt schon der Tag.“  Das Projekt wird begleitet durch den Verlag www.mensarchitecturae.de
Preisträger, Laudator und Stifter beim Deutschen Medienpreis, 24. Februar 2012 in Baden-Baden. Foto (c) mens architecturae (Anton Goll).  Von links nach rechts: Laudator Roman Herzog, standhaft, der kongolesische Arzt Denis Mukwege, Preisstifter, Unternehmer und Philanthrop Karlheinz Kögel, die afghanische Bildungsexpertin Sakena Yacoobi,  der friedenssuchende evangelische Pfarrer von Bethlehem, Mitri Raheb  und Stanislaw Petrow, der sich als russischer Militär vor 29 Jahren weigerte, den roten Knopf zum Start von Atom-Raketen zu drücken und damit einen Atomschlag, den Ausbruch des 3. Weltkrieges, verhinderte und unsere Zivilisation rettet.
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